Am 3. Juni 2026 unternahmen die Klassen 2HLW und 2HLPS eine ökumenische Exkursion. Gemeinsam mit ihren Religionslehrer*innen Mag.a Isabella Michl, BEd MEd Boglárka Németh und Mag. Gösta Gehring erkundeten die Schülerinnen und Schüler historisch bedeutsame religiöse Orte im Burgenland.
Unser erster Programmpunkt war die ehemalige Synagoge in Kobersdorf. Das Gebäude wurde 2022 liebevoll restauriert und dient heute als Erinnerungs- und Kulturort. Obwohl es derzeit keine aktive jüdische Gemeinde mehr im Burgenland gibt, war einst mehr als ein Drittel der Kobersdorfer Bevölkerung jüdisch.
Davon zeugt auch der jüdische Friedhof am Ortsrand von Kobersdorf. Trotz des regnerischen Wetters betrachteten wir die Grabsteine aufmerksam und entdeckten neben den hebräischen Inschriften zahlreiche Symbole und Piktogramme. Sie erzählten von unterschiedlichen Lebensgeschichten, Familien und religiösen Identitäten.
Unsere religionsgeschichtliche Exkursion erhielt einen aktuellen Bezug, als eine Schülerin den Polizisten bemerkte, der unsere Gruppe begleitete. Aus Sorge vor Vandalismus und antisemitischen Übergriffen werden Besuchergruppen an jüdischen Erinnerungsorten bis heute polizeilich begleitet. Dadurch wurde deutlich, dass die Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte nicht nur die Vergangenheit betrifft, sondern auch Fragen der Gegenwart berührt.
Nach einer kurzen Stärkung in Oberpullendorf führte uns der Weg weiter zur Burg Lockenhaus. Dort begaben wir uns auf eine Reise ins Mittelalter und folgten den Spuren der Tempelritter. Ein besonderer Höhepunkt war der Kultsaal im Innenhof der Festung, der bis heute viele Fragen über seine ursprüngliche Nutzung aufwirft.
Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie eng Geschichte, Religion und gesellschaftliches Zusammenleben miteinander verbunden sind. Durch die Begegnung mit jüdischen Erinnerungsorten und christlich geprägten Kulturstätten konnten die Schüler*innen verschiedene religiöse Traditionen kennenlernen und besser verstehen. Damit leistete die Exkursion einen wichtigen Beitrag zum Religionsunterricht, der nicht nur Wissen über Religionen vermittelt, sondern auch Respekt, Dialogfähigkeit und Toleranz fördert.


